Das Langlauf- und Biathlonzentrum Fabio Canal ist eine Sportanlage in der Ortschaft Lago, Gemeinde Tesero, im Val di Fiemme in der Autonomen Provinz Trient. Die in den 1990er-Jahren für die Nordischen Skiweltmeisterschaften errichtete Anlage wird die Wettbewerbe der XXV. Olympischen und Paralympischen Winterspiele Milano Cortina 2026 ausrichten.
Die Idee zum Bau eines Langlaufzentrums entstand Mitte der 1980er-Jahre, als die Bewerbung des Val di Fiemme für die Austragung der ersten Nordischen Skiweltmeisterschaften im Trentino geprüft wurde.
Als Standort wurde Lago di Tesero gewählt, da es zentral im Tal liegt, leicht erreichbar ist – insbesondere über die eigens für die Nordischen Skiweltmeisterschaften 1991 errichtete Talstraße SP232 der Val di Fiemme – und auch bei ungünstigen Wetterbedingungen zuverlässig beschneit werden kann. Das Stadion befindet sich in unmittelbarer Nähe des linken Ufers des Avisio, aus dem das für die technische Beschneiung benötigte Wasser entnommen werden kann.
Nach der Vergabe der ersten Nordischen Skiweltmeisterschaften im Jahr 1988 wurde im Fondovalle ein geeignetes Gebiet für den Bau des Langlaufstadions ausgewählt, ausgehend von einer 17 km langen Grundloipe. Die Wahl fiel auf dieses Areal in Lago di Tesero, da es eine zentrale Lage aufweist und den Bau der Anlage unter größtmöglicher Schonung der Umwelt ermöglichte, wobei die Rodung von Bäumen sowie Erdbewegungen auf ein Minimum beschränkt werden konnten.
Mit der Vergabe der dritten Nordischen Skiweltmeisterschaften, die 2013 ausgetragen wurden, wurde das Stadion erneut erweitert und modernisiert. Ausgangspunkt der Maßnahmen war der Bau einer unterirdischen Garage und eines Lagerbereichs mit einer Gesamtfläche von 2.000 m², die während der Veranstaltungen vom internationalen Rundfunkzentrum (IBC) genutzt werden und zudem als Garage für Pistenfahrzeuge dienen. Im Zielbereich wurde außerdem das Kommentatorengebäude errichtet, das über 24 Kommentatorenkabinen, einen Gemeinschaftsraum mit Teeküche, weitere Mehrzweckräume sowie das Dopingkontrollzentrum verfügt.
Darüber hinaus wurden die Wettkampfbüros und das Pressezentrum erweitert, wodurch zusätzliche Räumlichkeiten geschaffen wurden, die auch nach den Veranstaltungen genutzt werden können. Heute befinden sich dort unter anderem eine Tanzschule und die Skischule. Die Loipen wurden zudem an die neuen FIS-Standards angepasst und die Beschneiungsanlage weiter ausgebaut, um den Anforderungen internationaler Wettkämpfe gerecht zu werden.
Das Langlaufzentrum „Fabio Canal“ in Lago di Tesero, Austragungsort von drei Nordischen Skiweltmeisterschaften sowie Hunderten von Weltcuprennen, wird im Hinblick auf die Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2026 umfassend modernisiert und erweitert. Ziel der Maßnahmen ist es, die Anlage noch effizienter zu gestalten und an die neuesten internationalen Standards anzupassen, damit sie weit über das olympische und paralympische Ereignis hinaus genutzt werden kann.
Das vom Internationalen Olympischen Komitee geforderte und von der Stiftung Milano Cortina 2026 sowie der Autonomen Provinz Trient unterstützte Konzept der „Legacy“ und Nachhaltigkeit bildet einen zentralen Bestandteil des gesamten Projekts. Ziel ist es, eine möglichst moderne und funktionale Sportanlage zu schaffen, die zugleich nachhaltig ist und langfristig genutzt werden kann – auch außerhalb der Wintersaison.
Nachfolgend werden die wichtigsten Umbaumaßnahmen im Hinblick auf die Olympischen Winterspiele 2026 vorgestellt: